Immer wieder hört man nach Wahlerfolgen der AfD dieselben Relativierungen: Nicht die WählerInnen seien schuld, sondern Ängste, Inflation oder Versäumnisse der Politik. Damit wird suggeriert, dass die Millionen Stimmen für eine rechtsextreme Partei lediglich Ausdruck eines Protests seien – nicht aber bewusste Entscheidungen mit moralischer Tragweite.
👉 Jede Stimme für eine rechtsextreme Partei ist eine persönliche Entscheidung – und sie verdient scharfe Kritik. Wer Verständnis für diese WählerInnen aufbringt, entschuldigt nicht nur deren Haltung und Verhalten, sondern fördert es sogar noch.
Die Illusion des „schuldlosen“ Wählers
Es gibt kein Gesetz, das besagt, dass wirtschaftliche Unsicherheit oder Unzufriedenheit automatisch zur Wahl einer Partei führen muss, die rassistische Hetze betreibt, demokratische Werte angreift und das gesellschaftliche Miteinander gefährdet.
💡 In Wahrheit geht es um Egoismus, Empathielosigkeit und die Bereitschaft, Sündenböcke für die eigene Unzufriedenheit zu suchen.
Viele Wähler der AfD haben kein existenzielles Elend erlebt, sondern nutzen diese Partei, um ihren Hass auf Minderheiten oder ihre Ablehnung demokratischer Werte zum Ausdruck zu bringen. Studien zeigen, dass AfD-WählerInnen nicht überproportional aus sozial abgehängten Gruppen stammen, sondern oft aus der Mittelschicht, manchmal sogar aus wohlhabenden Milieus. Siehe dazu auch: Hans Böckler-Stiftung
Es geht nicht um Verzweiflung, sondern um eine ideologische Entscheidung – und die ist zu kritisieren.
Egoismus und Empathielosigkeit als Triebfedern
Die AfD steht für eine Politik der sozialen Kälte, der Abschottung und der Spaltung. Menschen, die sie wählen, tun dies bewusst und mit der Entscheidung, eine Partei zu unterstützen, die:
🚨 Geflüchtete als „Invasoren“ dämonisiert, obwohl sie vor Krieg und Verfolgung fliehen
🚨 Sozialstaatliche Sicherungssysteme angreifen will, die gerade die „kleinen Leute“ schützen
🚨 Klimaschutzmaßnahmen blockiert, obwohl diese für künftige Generationen essenziell sind
Diese Politik kommt Egoisten entgegen. Menschen, die keine Solidarität mit Schwächeren empfinden, keine Verantwortung für den Klimaschutz übernehmen wollen und nicht akzeptieren können, dass eine vielfältige Gesellschaft sie nicht zum Zentrum der Aufmerksamkeit macht.
💬 „Ich will keine Veränderungen, ich will, dass alles so bleibt, wie es mir passt.“
Diese Haltung ist zutiefst unempathisch – und genau darauf baut die AfD auf.
Sündenbockdenken: Die bequeme Lösung für eigene Unzufriedenheit
Eine weitere Strategie rechtsextremer Wähler ist das Suchen von Schuldigen für ihre eigenen Probleme.
✅ Arbeitsmarktprobleme? Nicht die Globalisierung oder Automatisierung ist schuld, sondern „die Migranten“.
✅ Hohe Inflation? Nicht die weltweiten Krisen oder das Wirtschaftssystem sind schuld, sondern „die Regierung, die alles verschenkt“.
✅ Persönliche Unsicherheiten? Nicht eigene Verantwortung oder gesellschaftliche Veränderungen, sondern „die Eliten“, „die Medien“, „die Woken“ tragen die Schuld.
📌 Sündenbockdenken ist eine bequeme Möglichkeit, sich von der Verantwortung für die eigene Situation freizusprechen.
Und genau hier liegt das Problem: Wer sich eine Welt zurechtlügt, in der immer „die anderen“ Schuld haben, kann weiterhin egoistisch handeln – ohne sich moralischen Fragen stellen zu müssen.

Wie absurd es ist, die Ausländer zum Sündenbock zu machen, zeigt folgende Grafik, nach der bei geringerem Ausländeranteil die Zahl der rechtextremen WählerInnen am höchsten ist.

Die Verantwortung der AfD-Wähler – und warum Kritik nötig ist
📢 Kein Mensch muss rechtsextrem wählen.
Es gibt zahlreiche demokratische Parteien, die sich für soziale Gerechtigkeit, Wirtschaftswachstum oder Sicherheitspolitik einsetzen. Die Wahl der AfD ist eine bewusste Entscheidung für eine menschenfeindliche Politik – und sie muss scharf kritisiert werden.
- Es gibt keine wirtschaftliche Notlage, die Fremdenfeindlichkeit rechtfertigt.
- Es gibt keinen Protest, der eine Wahl rechtsextremer Parteien moralisch legitimiert.
- Es gibt keinen Zwang, sich mit Hetze, Demokratieverachtung und Spaltung gemein zu machen.
💡 Jede und Jeder, der AfD wählt, trägt Verantwortung für das, was diese Partei tut. Und wer sich nicht aus Unwissenheit, sondern aus Überzeugung für eine rechtsextreme Partei entscheidet, macht sich mitschuldig an ihrer menschenfeindlichen Agenda.
Fazit: Schluss mit der Entschuldigung von Egoismus und Hass
Die AfD-Wählerschaft wird in Deutschland oft mit Samthandschuhen angefasst. Doch die Realität ist: Diese Menschen entscheiden sich bewusst für eine Politik der Spaltung, der Hetze und des Demokratieabbaus.
👉 Nicht „die Politik“ oder „die Medien“ treiben Menschen in die Arme der AfD – es ist ihre eigene Entscheidung.
👉 Nicht die Ängste oder Sorgen sind das Problem – sondern die fehlende Empathie und der Egoismus hinter diesen Wahlentscheidungen.
📢 Es ist an der Zeit, AfD-WählerIinnen für ihre Wahlentscheidung in die Verantwortung zu nehmen – und sie nicht länger als Opfer der Umstände zu entschuldigen.